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| Der Boulevard |
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| coole Party mit den "Gepardi" |
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| nachts zum Hotel |
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| ...das reichte auch nicht |
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| Ich habe einen Fahrradkarton "gefunden". Das war auch mit Bus und Bahn sportlich, den zum Flughafen zu bringen. |
Ich sollte jetzt eigentlich mit meinem Rad zu Hause in Berlin angekommen sein. Oft kommt alles anders:
Erstmal war der Tag gestern noch sehr schön. Nach dem Einchecken und einem Kaffee im Hotel lief ich nur ein Stück weiter durch die Stadt. Nochmal zur Kathedrale und zur schönen orthodoxen Kirche. Dort war wieder Gottesdienst - Touristen sollten leider draußen bleiben. Dabei kann ich da lange zuhören und staunen. Schade eigentlich. Es war aber auch extrem warm da drin. Die meiste Zeit verbrachte ich auf dem Boulevard - endlich wieder viele Leute. Schwarze, die irgendwas verkauften, rumänische und asiatische Dosensammler, Einheimische und Touristen. Aufgedonnert oder im Alltagslook, schräge abgefahrene Typen. Für den Abend wollte ich einen coolen Pub finden, der voller Leute war. Und an genau sowas lief ich vorbei. Laute Musik zog mich in die alten Passagen, an der mehrere Kneipen liegen. Der Innenhof war voller Leute, eher eine Ü40-Party und schon 20 Uhr war tolle Stimmung. Musik vom Band, viele tanzende Frauen - einfach nur eine geniale Abschiedsparty. Ich blieb bis kurz vor Mitternacht und lief dann zu den Töölo-Towers - sonst wohl eher Studentenwohnheim. Richtig gut schlief ich nicht. Die Zeit früh war knapp: Frühstück ab 8 Uhr, 8.30 Uhr zum Bahnhof mit dem bereits vorm Frühstück gepackten Rad. 8.48 Uhr die Bahn und 2 Stunden vor Abflug am Flughafen. Dort die schlechte Nachricht: ohne feste Verpackung kein Fahrradtransport. Ich besorgte mir Pappe im Flughafen und umwickelte das Rad soweit das ging. Das hat den Zippen nicht gereicht. Ich musste passen und auf morgen umbuchen. Das zumindest klappte kostenfrei.
Die Damen am Flughafen waren ziemlich stur - es brachte auch nichts, meine E-Mails aus dem Chat mit dem Service zu zeigen, der akzeptiert hatte, dass mein Rad unverpackt sein wird. Die eine Verantwortliche empfahl mir einen Laden, wo es solche Koffer gibt (350€!!!) und auch anderes Fahrradzeugs, auch ein Pappkarton würde reichen. Erstmal versuchte ich es bei Biltema, einer Art Baumarkt - da kaufte ich mir noch ein Universalwerkzeug zum Schrauben, falls nötig. Auf meiner 5km-Wanderung mit meiner unhandlichen, schweren Handgepäcktasche von dort zum XXL-Laden kam ich beim Abkürzen an der Laderampe eines Intersportladens vorbei. Und da stand wie für mich abgestellt ein Fahrradkarton, 6 Schuhe lang, 4 Schuhe hoch und knapp ein Schuh breit. Schwer war der nicht - aber extrem unhandlich. Weil keiner am Laden zum Fragen war, nahm ich das gute Stück mit und lief zur nächsten Bushaltestelle. Ich verpasste eine Haltestelle zum Umsteigen und landete trotzdem in der Aviapolis nahe dem Flughafen - noch eine Station mit der Bahn, dann das Ding durch den Airport schleppen. Und: das Fahrrad passte ziemlich genau in diese Box - viel Luft blieb da nicht. Ich musste nichtmal den Sattel runterschrauben. Gut war, dass ich das Rad dann gleich für morgen aufgeben konnte. Damit war ich meine Sorgen erst einmal los. Ich buchte mir ein Hotel nahe am Bahnhof, schlenderte nochmal über den Boulevard und entschied mich dann, zu einem Vogelschutzgebiet zu fahren. 30 Minuten mit dem Bus entfernt. Ich war nicht der einzige mit der Idee. Irgendwo muss das im Reiseführer stehen, da ziemlich viele Touristen dort waren. Der kurze Ausflug war toll. Es ging kilometerweit über holzbeplankte Wege von Insel zu Insel und es gab mehrere Beobachtungstürme, -plattformen und eine Hütte, in der eine Frau permanent mit ihrem Mann schnatterte. Dort am Ende des Weges erreichte mich dann doch das Gewitter und ein heftiger Regenguss. Ich hatte Glück und konnte mich unterstellen, bevor es richtig schüttete. Auf dem Rückweg gab es dann mehrere Mädels mit nassem T-Shirt, einen kleinen Regenbogen und frische Luft. Schon in Porvoo hatte ich viele hundert Gänse nach Süden fliegen sehen. Heute am Abend waren da auch einige laut schnatternd unterwegs.
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In der Stadt selbst habe ich beim Hardrock-Cafe noch Livemusik gehört - weil der Regen einsetzte, als ich mein Bier hatte, hatte ich leider nicht mehr viel von der Musik.
Jetzt bleibt der Rückweg zum Hotel. Die Passagen sind heute verschlossen - da wird nichts los sein. Es ist ohnehin spät genug.
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