Die letzte Unterkunft in Pyhäjärvi war richtig Klasse. Zwar etwas schäbig - aber mit viel Flair durch die Leute dort. Heute früh unterhielt ich mich mit einem Finnen, der im Urlaub mit Metallsuchgerät und speziellem Tauchequipment unterwegs ist. Damit kann er ohne Flasche bis 4m tauchen - die Luft kommt von der Wasseroberfläche - das sei sicher und wohl ein US-Produkt. So kam ich jedenfalls erst gegen 8.30 Uhr los, obwohl der Wecker 7 Uhr losbimmelte. Eben ein ordentliches Frühstück mit Filterkaffee und allem, was ich noch so mithatte: brauner Scheibenkäse aus Norwegen, Maasdamer Schnittkäse vom Lidl, Schwarzbrot und Baguette und noch ein paar Tomaten. Milch zum Kaffee, Butter oder gar Eier sind Luxus auf dem Rad.
150km hab ich heute wieder bei Tempo bis 25 Grad zurückgelegt. Ich überquerte noch einmal den Kitinenfluss, der dann in den Kemifluss mündete.
Die Flüsse haben hier alle Vegetation bis ans Wasser, meist Wald bis an das Wasser. Dahingehend sahen alle Flüsse gleich aus. Auf einem sah ich heute zum ersten Mal einen Angler im Boot (anders kommt man auch nur selten ans Wasser).
Hinter Savukoski machte ich eine kleine Pause - die Kneipe im Ort war räudig. Im Wintergarten rauchten alle und niemand war zum Essen dort. Am Tresen gab es nur Karten für hochprozentigen Alkohol. Da war die Pause am See doch viel besser. Und vom Supermarkt hatte ich auch genug zum Essen dabei. Dort stand dann noch ein bepacktes Rad von einem Holländer - der war in eine andere Richtung unterwegs, um in einen Nationalpark zu kommen. Da am See jedenfalls war auch ein Pfad durch den Wald, der zu alten Stellungen der Nazis führte. Der Weg führte auf dicken Bohlen durch das Blaubeergestrüpp (lecker). Am Patasnivafluss lag dann die rekonstruierte Stellung. Später folgte noch eine weitere Häufung von solchen Schützengräben und Stellungen.
Mir war schon früher aufgefallen, dass sich die Landschaft etwas geändert hat: man sah öfter Gras, was im Norden seltener war. Und ab Kuosku gab es richtig große Wiesen und sogar etwas Landwirtschaft. Dort etwa hatte ich hier auch den ersten Traktor gesehen.
Die Straßen heute waren überwiegend ruhig, manchmal jagte ich wieder Rentiere vor mir her. Vor mir fürchteten sie sich mehr als vor Autos. Da sieht man den Menschen eben nicht so direkt...
Irgendwann nach 120km hatte ich weder Lust noch Kondition, weiterzufahren. Dann gab es aber keine Übernachtungsmöglichkeiten mehr. Ich musste weiter bis Salla - angeblich parallel zu einer Bahnlinie (war wohl mal eine Zahnradbahn 😱🤪 - ich hatte mich eigentlich auf entspanntes Geradeausradeln gefreut) und weil ich dort kein aktives Hotel fand nochmal 10km teilweise bergan bis Sallatunturi. Das ist wieder ein Wintersportort. Die letzten 10km gab es einen guten, neuen Radweg. Der führte mich direkt zu einem hübschen See in den Bergen mit einem Campingplatz daneben. Die Rezeption war nicht mehr besetzt - aber telefonisch erreichbar. So kam ich noch zu Toilettenschlüssel und dem zur Sauna (die war leider schon ausgeschaltet). Dafür nutze ich jetzt dahinter den Aufenthaltsraum -mit Kamin. Aber für ein Feuer war es zu spät. Jetzt ist es schon 23.30 Uhr und ich bin nur hier, weil ich nicht in mein kaltes Zelt will. Ich will überhaupt nicht zelten. Na ich hoffe, es trocknet morgen schnell. 9 Uhr kommt erst jemand von der Rezeption. Da werde ich wohl hier Frühstück machen...
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| Schlafen (???) im Zelt |
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| Rote Häuser - idyllisch |
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| ... und Flüsse |
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| Flüsse... |
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| Landwirtschaft... |
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| Grüne Wiesen, rote Häuser |
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| Stellung der Deutschen 1939 |
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| Weg zwischen Stellungen und Schützengräben |
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| See daneben... |
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| Nochmal am Kitinenfluss- Badestelle |
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| Frühstücksblick |
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