Heute ist Sonntag - da waren es nur hundert Kilometer. Ich habe Sallatunturi erst neun Uhr verlassen, da die Rezeption nicht früher besetzt war. Die Nacht war nicht schlimm im Zelt - ich war auch erst nach Mitternacht aus dem Aufenthaltsraum da hineingekrochen. Eine Taschenlampe brauchte man noch nicht - aber ja: es war recht düster. Den Polarkreis habe ich heute vormittag überquert. Die Dame an der Rezeption sagte übrigens, dass es nachts bis auf zwei Grad abgekühlt war. Tagsüber waren es wieder über zwanzig. Weil es in Käylä kein warmes Mittagessen gab, setzte ich mich an einen hübschen See und machte mir meine Schnittchen mit Trinkjoghurt dazu - auch am Sonntag ist der Supermarkt auf. Da gab es einen schnellen Kaffee und Blätterteigteilchen. Am See legte ich mich dann in den Windschatten einer Holzhütte und schlief tief und fest für ein Stündchen. In der Zwischenzeit war ein Finne zum Angeln rausgerudert und auch wieder zurück. Die letzten 40km hatten es noch einmal in sich. Es ging ins Wintersportzentrum Ruka. Bergäääää!!! Naja - ich habe es geschafft. Zweimal musste ich auf einem
 |
| Fish'n'Chips - meine dritte warme Mahlzeit |
 |
| Vorspeise... |
 |
| Rundwanderung zum Pub |
 |
| ...der Bootssteg am See |
 |
| ... meine grüne in der Mitte |
 |
| Weg zu meiner Hütte |
 |
| An der Rezeption in Kuusamo |
 |
| Auch in Ruka... |
 |
| ... mit Rentier |
 |
| ... noblere Unterkunft dort |
 |
| Im Wintersportgebiet Ruka |
 |
| Pause für einen Zwischensnack |
 |
| Morgens auf dem Zeltplatz in Sallatunturi |
 |
| Mitternachtshimmel auf dem Zeltplatz |
Schotterradweg schieben. Aber ja: zum Langlauf oder Schneemobilfahren ist es bestimmt herrlich hier. Auch Rentiere habe ich noch gesehen, zahm wie bisher noch nirgendwo. Mein Tagesziel habe ich so vor 19 Uhr erreicht. Ich wohne in einer Hütte ganz nah am Wasser - eigentlich eine kleine Gartenlaube. Kochplatte, Kühlschrank, Kaffeemaschine, Bett. Und ein herrlicher Blick zum See und dem Bootssteg. Der See ist so klein, dass man drumrum laufen kann. Auf halbem Weg ist ein Ferienzentrum mit Spa und einem O'Leareys Pub. Riesengroß - zu groß für meinen Geschmack. Aber Fish'n'Chips und Bier gibt es - eigentlich alles viel zu teuer. Dafür gab es eine riesige Portion Popcorn gratis dazu. Und in meinem Kühlschrank steht noch Bier.
Heute sind mir zum ersten Mal Pflanzen wie Breitwegerich aufgefallen. Und es gab ein erstes Kartoffelfeld - abgeerntet. Sah jedenfalls so aus...
Also: die erste Woche ist um. Es ist noch nicht langweilig. Klar: schöne Dörfer, Städtchen, Schlösser, Parks, Rathäuser, Felder, Flussauen - all sowas gibt es hier nicht. Wusste ich ja auch. Dafür bin ich die ganze Zeit draußen. Heute und morgen sind einige Abschnitte auf stärker befahrenen Straßen.
Zeitlich liege ich mit etwa 750km seit Montag im Trend. Ich hab noch 13 Tage und 1300km vor mir, wenn ich bis Helsinki will. Mal sehen, wie Wetter und Körper mitspielen. Oberschenkel und Knie sind schon zu spüren. Manchmal fällt das erste Antreten nach einer Pause ziemlich schwer.
 |
| Da bin ich jetzt. Rot ist die eigentliche Strecke, die vor mir liegt. |
Mein Rad hat heute den Kettenschutz verloren - der war im Flugzeug angeknackst. Generell schaltet alles schlecht und trotz Öl knirschelt die Kette. Unkritisch, denke ich. Zu Hause wird mein Rad wohl neue Ritzel, Kettenblätter und Kette brauchen. Das ist jetzt seit 10 Jahren auch nicht mehr gewechselt worden. Immerhin war ich mit dem Rad in Usbekistan und Tallin, zigmal an der Ostsee und auf paar kürzeren Touren. Ganz sicher hat es mich einmal um die Welt getragen. Und es ist schon älter als meine Kinder...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen