Nein!!! Nein!!! Und nochmals nein!!! Ich bin nicht in die Schlager- und Volksmusikabgründe geraten. Der Ort heißt einfach so: Hossa. Ich habe im Nationalparkzentrum einen Luxusbungalow gemietet. Als ich ankam, regnete es und Zeltplatz wie Hotel nebenan hatten nichts mehr frei an festen Unterkünften. Also musste ich 5km zurück hierher und für über 100 € diese riesige Hütte nehmen.
Heute war ich nur 90km geradelt. In den nächsten 70km gibt es keine Übernachtungsmöglichkeiten. Und das wäre dann auch gleich bissel viel gewesen für den Tag. Morgen ist es ähnlich. Mehr als 100km sind nicht drin, weil danach kaum Übernachtungsmöglichkeiten vorherzusehen sind.
Also hier im Herzen des Nationalparks. Unterwegs sah ich am Waldrand zwei Schnepfen mit langem Schnabel - die kenne ich sonst nur von Küstengewässern. Rentiere gab es immer noch den ganzen Tag über anzutreffen. Manchmal huschte ein Eichhörnchen über die Straße.
Kuusamo stellte sich als die erste "Großstadt" seit meinem Start heraus. Immerhin 15.000 Leute leben da. Die Kinder hatten wohl wieder den ersten Schultag - jedenfalls waren die Radwege voller Kinder zum Montagmorgen. Und es gab langgestreckte Gewerbegebiete - irgendwo müssen die Leute ja arbeiten.
Unterwegs machte ich zwei längere Pausen, eine hinter einem Fluss und See, wo ich es sehr schön fand. Die zweite etwa 10km vor meinem Tagesziel an einem See. Dort war am hübschen Bootssteg wieder Zeit für ein Powernapping. Und ich organisierte meinen Fahrradtransport mit Finnair. Die Antwort steht noch aus...
Als ich losfahren wollte, kam ein Regenguss nieder. Ich stand gerade neben einer Schutzhütte und blieb trocken. Das Regengebiet kam mir heute schon öfter nah. Bis dahin hatte ich Glück. Und kurz vorm Ziel riss die Glückssträhne: Nieselregen, zweimal keine Unterkunft, null-Bock auf ein nasses Zelt. Dafür habe ich jetzt diese herrliche Hütte. Der Blick ist idyllisch. Gleich nach meiner Ankunft erntete ich ein paar Pilze in der Nähe der Hütte. Zwei Zwiebeln fahre ich schon seit Norwegen mit mir herum. Und Butter sowie Eier hatte ich auf dem ausgebuchten Zeltplatz gekauft. Also: Gebratene Pilze zum Abendbrot. Danach ein ausgedehnter Spaziergang an den Hängen des Sees, an dem ich wohne: Blaubeeren naschen. Ich besorgte dürres Holz für den Kamin. Aber erst einmal ging es kurz in die Sauna. Nicht eben gemütlich dort - aber sauber. Die letzte war cooler.
Mit dem Anheizen des Kamins hatte ich kein Glück. Es steht auch nirgends, was man wo auf- oder zumachen muss. Aus allen Ritzen des Kamins kam Mief. Kalt ist es ohnehin nicht. Ich sitze mit Bier und gerösteten Mandeln vor meiner Hütte und blicke zum See, rechts der rötliche Abendhimmel - die Sonne war bis eben noch da.
Heute irgendwie dennoch ein cooler, entspannter Tag. Es blieb zwar mittelgebirgig, aber es gab weniger steile Berge. Auch nicht schlecht für den Körper, mal etwas Pause zu haben - ich war schon vor 16 Uhr hier.
Im Nationalparkzentrum hätte man mittags auch lunch vom Buffet essen können: 15 € incl. Salat, Suppe, Kaffee und Juice. Dafür war ich leider zu spät.
Inzwischen ist das Bier alle und der Rückflug für das Rad bezahlt. Die Verpackung des Fahrrads war wieder ein Thema. Es sollte ein Hardcover sein 🙄...
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| Erste größere Pause für das zweite Frühstück... |
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| zwischendurch... |
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| eine kleine Galerie... |
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| ...aus Schrott |
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| Das Café war leider geschlossen. |
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| Mittagspause, Powernapping |
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| Platz für drei nette Mädels 😇 |
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| Blick aus der Hütte |
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| ...der Miefkamin |
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| Hütte im Abendlicht |
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| Pilzmenü - ich hoffe es zu überleben. |
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| Blick zur Hütte vom See |
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| Am See |
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| Nachbarschaft im Wald |
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