Einfach nur genial. Supergenial. Ich sitze am Strand des Zeltplatzes in Uukuniemen. Da wollte ich heute auch hin - und es ist viel, viel schöner als je erwartet. So schön, dass ich in der Dunkelheit beim letzten Dämmerungsschein am Nordwesthimmel in das Wasser gestiegen bin, das nur ganz leise plätschert. Eine Eule ruft im Hintergrund, Wind säuselt durch die Wipfel. Es ist immer noch recht mild um 22:30 Uhr. Mit Tee (!) sitze ich am Strand. Und alles nur wegen dieser orthodoxen Kirche, die mit ihrem kreuzförmigem Grundriss so besonders sein sollte. Verschlossen wie alle Kirchen bisher - aber im allerletzten Sonnenlicht sah sie doch recht hübsch aus. 43km zurück hätte ich schon übernachten können. Aber ich fragte telefonisch nach, ob noch ein Cottage zu haben ist und musste dann durch. Von 17 Uhr bis 20.15 Uhr über Berge und Schotterpisten und wieder viele Berge kam ich hierher. Die Sonne ging golden unter - einfach nur perfektes Timing.
Dann war Zeit, in der Gemeinschaftsküche Nudeln zu kochen mit Sauce Arrabiata. In Kitee war ich nochmal einkaufen: Baguette, Knoblauchbaguette, Blätterteigteilchen, Bananen, Getränke, Paprika, Minitomaten und Schokolade. Ich will ja nicht nochmal darben...
Der Morgen in Värtsila hat gut begonnen: schonmal 7.30 Uhr Kaffee auf dem Zimmer, 8.30 Uhr dann wohl nur für mich ein üppiges Frühstücksbuffet. Würstchen, Schinken, Ei und Rührei, Haferschleim auf russische Art, saure Gurken wie in Russland auch immer, Saft, Kaffee, Toastbrot und was alles dazugehört. Und vor allem auch eine sehr nette Frau, die das zubereitet hat. Auch der freundliche Chef war nochmal da.
Ich rollte kurz nach 9.15 Uhr los bei bewölktem Himmel und Wind. Es dauerte nicht lange, da sprühte es ganz, ganz leicht. Es war mild genug, weiter im T-Shirt zu radeln - und trotz zunehmender Feuchtigkeit blieb ich ziemlich trocken - auf der Straße sah das ungemütlicher aus. In Kitee sah ich mir dann die lutherische Kirche an und war danach auch gleich im Supermarkt verschwunden. Als ich wieder rauskam, entschied ich mich doch, erst einmal mit der Neoprenjacke weiterzuradeln, es hatte sich etwas abgekühlt (oder ich war nicht mehr auf Temperatur). Es dauerte keine Ewigkeit, da konnte ich schon wieder im T-Shirt weiterradeln.
In Puhos begann der Umweg, um die Hauptstraße 6 zu umgehen. Da war eine hübsche Mühle zu besichtigen, die noch arbeitete. Es gab Kaffee für mein letztes Blätterteigteilchen. Von da ging es den ganzen Bogen um die 6 herum und dann begann der Weg hierher.
Unterwegs war es angenehm, nasses, reifes Getreidezu riechen, Kuhscheiße. Ja ernsthaft: die Landschaft wirkt wieder sehr vertraut: Wiesen, Weiden. Felder, viel Hafer. Oft wieder große offene Flächen und nicht nur Bäume. Immer wieder Seen und Flüsschen.
Rundrum wieder ein toller, anstrengender Tag. Irgendwas um 1.500km hab ich nun weg.
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| Holzhütte im Feld, unterwegs |
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Ringel- und auch Sonnenblumen
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| In der Mühle. |
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| Da ganz in der Nähe wollte ich eigentlich schon übernachten. |
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| Weiterer Glockenturm unterwegs. |
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| ... irgendwie schon sehr russisch |
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| Landschaft kurz vorm Tagesziel |
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| Glockenturm |
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| Orthodoxe Kirche |
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| Bei der orthodoxen Kirche. |
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| Kurz vorm Zeltplatz. |
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