Heute hab ich erst festgestellt, dass Finnland eine Stunde weiter ist. Die menschenleere Grenze hat mich das übersehen lassen.
Heute morgen schüttete es richtig heftig. Nach dem Weg zu den Waschräumen suchte ich den Küchenbungalow auf. Es gab Geschirr und Wasserkocher - also konnte ich ordentlich frühstücken, mit Blick zum verregneten Inari. Acht Uhr war mein Rad gepackt und der Regen nur noch ein leichtes Nieseln. Die Regenhose und Gamaschen hatte ich an und auch gebraucht. Nach 30 Kilometern und etwa 2 Stunden ging meine Schaltung garnicht mehr - beim Losfahren konnte ich hinten nur noch 4 Ritzel wählen. Ich demontierte den Schalthebel und fand einen total zerflederten Schaltzug. Zum Glück hatte ich Ersatz dabei - der war aber leider nicht ganz neu und die Verdrillung am Ende aufgetriefelt. So konnte ich den Seilzug nicht durch das winzige Loch fummeln. Ich versuchte noch zwei andere Seilzüge und nach ewigem Friemeln ging die Schaltung wieder: Glück gehabt - aber fast zwei Stunden verloren, weil ich mich blöd angestellt hatte. Ich musste sowas ewig nicht wechseln. Bis Inari waren es dann immer noch über 25 km - ich wollte mir dort unbedingt das Museum ansehen. Vorher hielt ich bei einem Café, die auch Bungalows vermieteten. Eine hübsche Frau mit Kind bediente mich - Kaffee und ein sehr leckerer Eierkuchen mit viel Sahne und Marmelade. Ich quatschte dann noch einige Zeit mit ihr und ihrem Mann. Zu früh, um die Übernachtung zu klären - ich wollte ja 50km weiter nach Ivalo. Schade also.
In Inari gab es dann das beste Museum.über die Samen zu sehen - Freilichtmuseum und ein großer moderner Museumsbau mit viel Wissenswertem über die Samen und die lokale Natur. Dort hätte es bis 15 Uhr sogar ein Mittagbuffet gegeben. Das hatte ich dann um eine Stunde verpasst - ich hätte damit anfangen sollen. Dafür hielt ich danach noch am See, um meine beim Frühstück geschmierten Schnittchen zu essen - und kurz danach noch bei einem Supermarkt. Bananen, Blätterteigteilchen und Trinkjoghurt - alles schon deutlich günstiger als in Norwegen. Nach fast 100km war das wieder der erste Supermarkt bzw. Laden überhaupt.
Der Tag wechselte zwischen Nieselregen und kurzem Sonnenschein. Bei einem Schauer machte ich noch eine Pause an einem schönen See. Seit Inari hatte ich mehrere Rentiere gesehen. Leider waren das immer nur kleine Grüppchen.
Ivalo ereichte ich nach vielen Seen und auf und ab gegen 19 Uhr. Das Hotel an der ersten Kreuzung war mir zu teuer. Jetzt bin ich auf einem Zeltplatz in einer Flussschleife. Hinter dem sehr breiten Fluss, der zum Inari fließt, liegen Rentiere und oder Elche am sandigen Strand - weit entfernt.
Für mich dann Zeit zum Duschen und einen kurzen Spaziergang über das Gelände. Dann setzte ich mich in die Küche und quatschte mit zwei älteren Schweizern, die beide allein mit ihren Wohnmobilen hier sind und nun zusammen rumfahren. Ich trank min IPA-Bier und aß meine Reiswaffeln dazu. Anfangs wollten die Schweizer nicht recht reden - aber dann hatten wir doch recht schnell viele Themen gefunden. 22.30 Uhr war ich dann wieder in meinem Bungalow. Gemütlich, mit Heizkörper zum Wäsche trocknen - sonst spartanisch und mit 48€ dreimal so teuer wie gestern. Aber gut, dass ich nicht zelten muss.
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| Rentiere und/oder Elche gegenüber |
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| Ivalo-Fluss am Campingplatz |
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| Meine Unterkunft für die Nacht (rechts eines davon) |
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| See - unterwegs in der Nähe der Bärenhöhle |
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| Inari mit Fliegenpilz |
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| im Museum, Hütte der Samen |
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| Bärenfalle - clever konstruiert |
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| Speicher |
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| Inari |
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| Schlitten der Samen |
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| Im Freilichtmuseum |
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| Im Freilichtmuseum - auf originalen Fotos sehen die Behausungen eher verwahrlost aus. |
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