Bissel mehr an Menschen wär schon schön. Wenigstens abends. Hier die Ferienanlage in Lentiira ost weit gestreckt: auf dem riesigen Campingareal 5 Autos, die ein Zelt davor stehen haben. Zwanzig Hütten mit Blick zum See, Sauna, zwei coole große Grillhütten, Feuerstellen, Bootsstege mit Bänken. Im Restaurant gab es nur auf Vorbestellung Essen - zum Glück: meine Vorräte bis suf Kekse waren alle. Auch die Getränke. Es waren gestern teilweise über 30 Grad, 32 hatte mein Fahrradcomputer angezeigt. Irre für Skandinavien. Dszu pralle Sonne und Gegenwind. Und Berge...
Der Tag fing locker an in Suomussalmi mit einem herrlichen Sonnenaufgang. Das Zelt war nass vom See her - nicht vom Regen. Mein Kocher war doch willens mir Kaffee zuzubereiten. Also gab es auch Frühstück am idyllischen See. Im eigentlichen Zeltplatzareal waren dann schon Bauarbeiten im Gange. Sehr schnell war ich am Winterkriegsmonument. Ich sah mir das Außengelände an, wo man Stellungen der Finnen angedeutet hat - zwischen vielen Blaubeeren am See. Bei bis zu minus 30°C(!) Kämpften de Finnen. Die einfallende Sowjetunion kam mit viel Technik und vielen Soldaten in großer Überzahl. Aberauf die Kälte waren die Motoren nicht vorbereitet, das Eis trug die Panzer nicht und die Finnen, die seit 1917 unabhängig waren, waren viel motivierter, besiegten die Russen in wenigen Monaten.ich hatte es so verstanden, dass die Russen viele Ukrainer dabeihatten, die nicht gegen die Finnen kämpfen wollten, da sie selbst 1917 unabhängig geworden waren. Im Museumscafe gab es noch Kaffee und Kuchen.
Das Grenzschutzmuseum, das ein Grenzgebäude von 1917 hat und recht originalgetreu sein soll, sparte ich mir. Das hätte 36km Schotterpiste bedeutet - zu kraftzehrend. Eigentlich wollte ich bis Kuhmo. Das war dann doch zu ambitioniert wegen der Wärme und den Bergen. Außerdem gab es im ersten Laden nur abgepacktes Brot und der zweite war ganz geschlossen - ebenso wie die versprochene Kneipe. Ich hätte doch beim Vietnamesen in Ala-Vuoki mehr kaufen sollen. Da hatte ich aber noch genug Getränke und zu wenig Hunger. In Vartius an der russischen Grenze war nichts los. Drei bis vier Autos sah ich dort, während ich da langradelte, davon zwei russische. Dafür lohnt sich such krine Kneipe und kein Superstar. Die Straßen 9127 und 9123 waren generell sehr einsam und kaum befahren. Die letzte dafür recht schmal und sehr, sehr hügelig und regelrecht steil (teilweise). Ich schaffte es also bis Lentiira, wo ich gegen 18.15 Uhr ankam. Zeit zum Duschen, Wäschewaschen, Abendbrotessen und noch ein wenig am Bootsteg sitzen und in der Grillhütte abhängen. 1040km habe ich geschafft von 2100km bis Helsinki. Also: Halbzeit!
Es ist etwas demotivierend, dass es heute Regnen wird (es zog sich schon gestern abends zu). Außerdem wird es noch bergiger heute. Wenn ich heute 100km schaffe, bin ich gut. Da wird es allerdings dann keine feste Bleibe geben. Ich hoffe dann mal auf eine Schutzhütte oder sowas.
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| Sonnenaufgang in Suomussalmi |
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| Denkmal für die Ukrainer |
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| Winterkriegsmonument |
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| Winterkriegsmonument |
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| Winterkriegsmonument, die Glöckchen bimmeln im Wind |
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| Immer noch riesige Pilze |
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| ... hier im Museum gibt es Relikte für 12 Euro zu kaufen 🤣 |
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| Finnisch ist kompliziert |
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| Das letzte Rentier. |
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| Wieder mal Blumen... |
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| Hier beginnt das Rentiergebiet - oder endet für mich. |
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| ... am Abendbrottisch |
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| Bootssteg am See, bewölkter Himmel |
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